Ernährung – Lebenswichtiges Natrium

Salzarme Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen


Bei Elektrolytstörungen handelt es sich um ein unausgewogenes Verhältnis von Kalium, Natrium oder Calcium im Körper. Während solche Störungen bei jungen Menschen eher die Ausnahme sind, sind sie im Alter weit verbreitet. Das gilt nach den Worten des Velberter Mediziners Dr. Dag Schütz vor allem für Natrium. “Rund sieben Prozent der gesunden Menschen über 60 Jahre, die zu Hause leben, haben einen Natriummangel”, sagte der Mediziner anlässlich der 18. Aachener Diätetik Fortbildung im Universitätsklinikum Aachen. Bei Senioren, die in eine Klinik eingewiesen werden, sei sogar in knapp einem Drittel der Fälle ein Natriummangel diagnostizierbar.

Auch physiologische Veränderungen des alternden Körpers bahnen laut Dr. Schütz solchen Mangelsituationen den Weg. Das Gesamtkörperwasser nehme im Alter ab, während dementsprechend der Körperfettanteil steige. Die Funktion der Nieren lasse nach, es werde weniger Flüssigkeit in den Zellen gebunden und auch der Kaliumbestand des Körpers sinke. Diese Veränderungen haben, so Dr. Schütz, Konsequenzen für den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt: Wenn der alternde Organismus Elektrolyte wie das Natrium nicht mehr so gut binden und konservieren könne, drohten Mangelsituationen.

Natrium - Mangel

Ein gefährlicher Natriummangel lässt sich dadurch vermeiden, dass man im Alter nicht auf eine salzarme Kost setzt.

Dies wiederum könne eine Unsicherheit beim Gehen zur Folge haben und zu einem erhöhten Risiko für Stürze führen. Vor diesem Hintergrund ist es laut Dr. Schütz problematisch, älteren Menschen zu einer salzreduzierten Ernährung zu raten. Solche Empfehlungen schaden nach Meinung des Mediziners oft mehr als sie nutzen, da der alte Mensch so regelrecht in den Natriummangel hineingetrieben werde. “Im Alter ist salzarme Kost nicht ratsam und unter Umständen sogar gefährlich”, sagte Schütz in Aachen. Auf www.vks-kalisalz.de können sich Interessierte über die Rolle des Natriums in der Ernährung informieren.

Weniger Salz – mehr Entzündungen

Neueste Forschungsergebnisse zeigen nach Angaben von Dr. Dag Schütz, dass das Fehlen von Salz im Körper auch die Entstehung von Entzündungen begünstigt. In einer aktuellen Untersuchung wurden 36 Patienten angewiesen, sich aufgrund eines leichten Bluthochdrucks eine Woche lang salzarm zu ernähren. Die Studie ergab, dass als Folge der Salzrestriktion Stresshormone im Körper anstiegen. Außerdem beobachteten die Forscher ein deutliches Ansteigen der Entzündungsaktivität im Körper sowie das vermehrte Auftreten von Infektionen.


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